zur Österreich Übersicht

 

Wissenswertes über die Südsteiermark

 

Vorteilhaft für den Wanderer werden entlang des Weges neben Weintrauben auch Maschanzger-Äpfel, Altsteirische Bergbirnen und gewöhnliche Zwetschken angepflanzt. Und die Banken und Sparkassen errichten an Plätzen mit herrlicher Aussicht ihre Außenstellen, die Bankerln. Auch Kühe werden aufgestellt, aber die eignen sich im Rohzustand nicht als Wegzehrung. Ebenso die Edelkastanien, die erst gebraten werden müssen, was die Südsteirer ausschließlich im Herbst erledigen. Nicht zu vergessen die zahlreichen Destillate, nach denen jedoch innerhalb der Höfe extra gefragt werden muss.

Die Traktoren werden zur Zeit der Weinlese zwecks Motivation für die anstrengende Arbeit in den steilen Weinhängen hifimäßig hochgerüstet.

In die Weingärten werden da und dort so genannte Klapotetz gestellt, die einen nervtötenden Lärm machen und damit die Vögel von den frisch gespritzten Weintrauben fern halten, damit sie sich keinen Durchfall einfangen. Das ist den Südsteirern der Lärm wert. Und obwohl im Duden steht der Klapotetz, sagen die Südsteirer die Klapotetz. Aber es steht ja auch der Magistrat im Duden.


Auf den Feldern stapfen die Störche herum, bevor sie im Herbst die letzten Frösche auffressen und nach Mallorca oder Teneriffa düsen. Wirklich. Oder haben Sie jemals im Winter Frösche gesehen?


Im August und September werden Sonnenschirme und Stühle in die Kürbisäcker gesteckt, auf denen sich deren Besitzer gemütlich machen und die Kerne aus den in Hälften gehackten Plutzern patzeln. Später werden die Kerne in eigens dafür errichtete Mühlen transportiert, dort geröstet und zu Kernöl zerquetscht. Die Reste der Plutzer vergammeln auf den Feldern, die Sonnenschirme und Stühle werden über den Winter entfernt. Die Mühlen halten für neugierige Wandersleute stets die Tore offen. Pumpkin seed oil würden die Amis zu Kernöl sagen, tun´s aber nicht, weil sie nur Erdöl im Kopf haben. Kernöl kennen die gar nicht, die Armen.


In flachen Tallagen wird Mais gepflanzt, der nicht zu Popcorn sondern zu Tierfutter verarbeitet wird. Auch ein Unterschied. Lustiger Weise sagen die Südsteirer zu Mais nicht Mais sondern Woaz. Was im übrigen Österreich eher mit Weizen übersetzt werden würde. Weizen heißt Weizen, wird aber wegen der Verwechslungsgefahr nicht angebaut.


Das macht wiederum nichts, weil das Brot in der Südsteiermark aus den Öfen der Haushalte mit funktionstüchtigen Omas kommt. Dieses wird an die zahlreichen Buschenschenken ausgeliefert, so es dort nicht von der buschenschenkeneigenen Oma hergestellt wird. Wer keine entsprechende Oma hat, der muss sein Brot beim Bäcker oder im Supermarkt kaufen. Das merkt man aber gleich. Die Oma meiner Frau ist 93 und ich hoffe sie wird 156, damit ich bis an mein Lebensende ihr Brot essen kann



 

zur Österreich Übersicht