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Am Klo in Tokyo

 

 

Die Angst der Europäer vor den japanischen Klos ist anhaltend so groß, dass sie manche an einer Reise ins Land der aufgehenden Sonne hindert. Man hört, dass man dort schon beim zaghaftesten Versuch sein Geschäft zu verrichten unweigerlich von unten bis oben nass gespritzt und für den Rest des Tages außer Gefecht gesetzt wird.

Es ist nun an der Zeit, damit ein für alle Male aufzuräumen und aufzuklären.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Klos: Die ´Western Style´-Toiletten, vor denen wir solche Angst haben, obwohl sie paradoxer Weise nach unserem Lebensstil bezeichnet werden, und die ´Japan Style´-Toiletten, die wiederum an die Plumpsklos in Italien erinnern, nur im landesweiten Durchschnitt klar sauberer sind. Also hier schon einmal die totale Konfusion (wahrscheinlich kommt Konfuzius deshalb zirka von dort). Davon abgesehen gibt es Pissoirs, die sich aber kaum von den unsrigen unterscheiden und auch von den unerfahrensten Touristen sofort als solche erkannt werden können.

Hier nun also die Bedienungsanleitung für die ´Western Style´-Toiletten: Zuerst prüfe man, ob der obere Deckel unten ist, wenn ja, warte man kurz, er klappt berührungslos und automatisch nach oben, sobald man sich ihm nähert. Jetzt setze man sich voller Zuversicht auf die Brille, genau wie zu Hause. Die erste Überraschung: Die Brille ist beheizt, wobei es zwei Stufen gibt: warm und voll warm, der Regler ist leicht am Hitzezeichen erkennbar, man regle sich die Temperatur nach seinem individuellen Bedürfnis.

Jetzt aber bitte aufpassen: An die Schüssel ist eine Apparatur mit rund 15 Knöpfen angebaut, die die folgenden Funktionen aufweisen: Klodeckel auf und nieder, Wassergeplätscher aus dem Lautsprecher an und aus und ein stufenloser Lautstärkenregler dazu (verhindert das Mithören durch andere Anstaltsbesucher), zwei Knöpfe für die Spülung, jeweils getrennt für männliche und weibliche Anatomien, über die Japanbesucher normaler Weise Bescheid wissen. Der Wasserstrahl lässt sich an einem weiteren Drehknopf nach persönlicher Vorliebe und stufenlos verstärken. Danach betätige man die Taste für den Fön (nur eine, keine geschlechtliche Trennung). Für alle diese Funktionen gemeinsam gibt es praktischer Weise nur eine einzige Stopp-Taste. Manche Schüsseln sind auch mit indirekter Innenbeleuchtung ausgestattet, die aber keinerlei Handhabe bedarf. Und zum Schluss wäre da noch das Wichtigste, die Flush-Taste, die interessanterweise meist manuell durch Drücken eines Hebels zu bedienen ist, manchmal aber von selber losgeht. Nur selten ist dazu ein Knopf an der Apparatur vorgesehen, wenn doch aber, dann sind es zwei, einer für das große und einer für das kleine Geschäft.

Sie sehen also, nicht weiter kompliziert. Es empfiehlt sich aber doch, rechtzeitig darauf zu schauen, dass man eines hat, wenn man´s braucht, damit noch genügend Zeit bleibt, die in Sitzhöhe an die Wand geklebte Darstellung in englischer Sprache über die funktionsgerechte Zuordnung der Knöpfe zu studieren.

 

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